Upländer Bio-Molkerei solidarisch mit Milchstreik
Die Upländer Bauernmolkerei fällt nicht zum ersten Mal positiv auf. Sie waren die ersten, die einen freiwilligern Aufschlag auf die Milch bezahlt haben und das auch bis zum Kunden kommuniziert haben. Der Preiskampf bei der Milch ist nämlich mitnichten nur im konventionellen Handel gang und gäbe, sondern im Biobereich ganz ähnlich pervers.
Jetzt stellt sich die Upländer Molkerei solidarisch mit den konventionellen Streikenden:
Am Montag, dem 26.05.2008, trafen sich die Lieferanten der Upländer Bauernmolkerei und fassten einstimmig folgenden Beschluss:
„Die Bäuerinnen und Bauern, die ihre Biomilch zur Upländer Bauernmolkerei liefern, unterstützen die Forderung des Bund Deutscher Milchviehhalter nach einem fairen Milchpreis für alle Bauern. Aus Solidarität mit den Berufskollegen werden sie sich zwei Tage lang am Lieferstreik beteiligen, obwohl die Upländer Bauernmolkerei schon lange faire Preise zahlt. Die an diesen beiden Tagen produzierte Milch soll nicht wie sonst an den Handel geliefert sondern für soziale Projekte in Deutschland und Afrika verwendet werden.“
Weiter wurde beschlossen, dass, so lange es einen Lieferboykott bei anderen Molkereien gibt, die Upländer Bauernmolkerei 1 Cent je kg Biomilch einbehält. Das Geld soll für solidarische Maßnahmen zugunsten streikender konventioneller Bauern verwendet werden.
Damit Milchviehbetriebe in der Region weiterarbeiten können, brauchen sie Preise von 43 Cent für konventionelle Milch und ca. 50 Cent für einen Liter Biomilch. Die Upländer Bauernmolkerei zahlt ihren Lieferanten seit einem halben Jahr 50 Cent je Liter. Aus Solidarität mit den konventionellen Landwirten, die deutlich weniger für ihre Milch erhalten, soll die Biomilchmenge der Upländer Lieferanten zwei Tage lang nicht in den Markt geliefert werden. Stattdessen verarbeitet die Molkerei die Anlieferungsmenge zu Butter, die über Tafeln an Menschen in der Region verteilt wird. Die bei der Butterproduktion anfallende Magermilch wird zu Milchpulver verarbeitet und einer therapeutischen Nahrung für unterernährte Kinder zugesetzt. In der Region Darfur im Sudan bekommen Kinder, die hungern, über die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ diese Spezialnahrung.
Hoffentlich entschließen sich auch andere Molkereien zu ähnlichen Schritten.
- tom's blog
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