Traurig ist es schon, daß wir immer und immer wieder erleben müssen, daß Akteure alles fahren lassen, wenn sie größer werden - manche auch schon, wenn sie nur größer werden wollen.
Vor einem Jahr gab es bei Glocalist Folgendes über die andere (oder die gleiche?) Seite der Medaille zu lesen:
"Auch in Chiapas regt sich Widerstand, aber nicht gegen die Kaffeekonzerne, sondern gegen die "Fair Label Organisation" und deren deutschen Ableger Transfair. Die niedrigen Abnahmepreise und die hohen Gebühren von FLO und der Bio-Zertifizierungs-Organisation CERTIMEX (Certificadora Mexicana de Productos y Procesos Ecologicos) machen den Kooperativen zu schaffen. Noch mehr Angst macht den Kleinbauern die Idee von FLO, auch die Großgrundbesitzer in den Fairhandel einzubeziehen. Dies und der Eindruck, dass FLO sich zunehmend Großkonzernen annähere, führt zu einem immer stärkeren Vertrauensverlust bei Produzenten und Konsumenten."
Dabei geht es nicht nur um Prinzipien und Kriterien, als Erstes geht immer die Ehrlichkeit über Bord und mit ihr wächst rasant die kognitive Dissonanz beim Wahrnehmen und Erklären des eigenen Verhaltens und seiner Auswirkungen.
Nun ist es also gut, wenn die ganz großen Akteure dabei sind, es ist gut, wenn die Großgrundbesitzer mitmachen, es ist gut, wenn Lidl und Nestle dabei sind, weil dann kann die Ausbeutung besser legitimiert werden können viel mehr Menschen vom fairen Handel profitieren.
So blind vor der Geschichte im Handel kann doch eigentlich niemand sein, sollte man meinen?
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.